Archiv der Kategorie: 2015/2016 – Wien

Silvester in Wien

Silvester in Wien war wirklich schön. Wir hatten tolle Gastgeber mit fundierten Kenntnissen über Kaffeehäuser, Raclette, Chilirezepte und die Wiener Naherholung. Aus „unserer Wohnung“ hatten wir einen ausgezeichneten Blick auf das Feuerwerk. Dankeschön. Eigentlich gab es nur einen einzigen negativen Punkt: Die Reise mit dem Nachtzug hat nicht den erhofften Schlaf gebracht (wobei die Rückreise etwas besser war). Wir werden künftig wieder tagsüber reisen.

Café Phil

Schon oft habe ich mir überlegt, wie das perfekte Café wohl aussieht. Das Phil in Wien ist nah dran. Im Café (also unmittelbar im Café) befindet sich ein Buchladen. Die Bücherauswahl ist sehr gelungen und wir konnten die kurze Wartezeit bis ein Platz frei wurde mit Stöbern überbrücken. Sobald wir einen Platz ergattert hatten, gaben wir uns der Lektüre hin und vergaßen die tolle Musik und das Gewusel im Raum.

Anders als in Deutschland, wird der Lesefluss nicht ständig durch Bedienungen gestört. Zwei Stunden an einer Wiener Melange festhalten? Kein Problem. Wer will, kann also schmökern bis der Ar… weh tut. Und falls der Sessel einfach nicht unbequem wird, lohnt ein Blick auf den Preis. Alle Möbel im Café kann man nämlich kaufen.

Nachtzug nach Wien

Es war ein schöner freier Tag der nun eigentlich auf der Couch ausklingen würde. Doch dieser Tag wird anders enden. In der Ecke stehen seit gestern* ein Rucksack und eine Reisetasche. Gleich werden wir das Gepäck schultern und zum Kölner Hauptbahnhof aufbrechen. Dort fährt um 21:21 Uhr unser Nachtzug nach Wien. Ein Nachtzug? Sowas gibt es noch? Warum nicht ein normaler Zug? Ist das nicht kompliziert?  Das ist doch bestimmt sehr teuer? Die Antworten der Reihe nach:

Ja, ein Nachtzug. Genauer genommen ein Schlafabteil in einem Nachzug. Im Schlafabteil gibt es richtige Betten und eine Dusche mit WC. Morgens wird Frühstück serviert. Das klingt doch nach einer angenehmen und altersgerechten Art zu Reisen.

Ja, sowas gibt es noch. Auch wenn die Deutsche Schlafwagen- und Speisewagengesellschaft (Westdeutschland) und die Mitropa (DDR) nicht mehr am Start sind, sind die Nachtzüge geblieben. Heute verkehren sie als EuroNight oder CityNightLine. Aber es stimmt schon: Nachtzüge sind irgendwie Old School. Und sie sind seltener geworden.

Ein normaler Zug kommt nicht in Frage, weil die Reise zwischen Köln und Wien sehr lange dauert. Der ganze Tag wäre dahin und wir kämen erst abends an. Der Nachtzug braucht sogar etwas länger, dafür ist die ganze Nacht dahin und wir kommen morgens nach dem Frühstück an.

Keine Ahnung, ob Fliegen unkomplizierter wäre. Zwischen Köln und Wien gibt es täglich mehrere Flüge, die allerdings in der Regel abends in Wien ankommen. Der Rückflug startet meist früh morgens. Für unsere Bedürfnisse genau falsch herum. Ein Pluspunkt beim Fliegen: es ist schneller. Addiert man die Flugzeit mit der ohnehin nötigen Nachtruhe (das ergibt nur Sinn, wenn man dem Nachtzug geneigt ist), bringt das Fliegen keine Zeitersparnis. Außerdem sind da noch die CO2-Bilanz und die Neugierde.

Ja, wer etwas sucht und die Reisezeiten anpasst, findet günstigere Flüge. Der Unterschied ist aber nicht riesig. Die Reise mit dem Nachtzug kostet pro Person und Strecke gerade mal 120 € inklusive Frühstück.

*Beides wurde schon gestern gepackt. Nicht, weil wir so strebsam sind, sondern weil wir uns einfach mal im Tag geirrt hatten.