Archiv der Kategorie: 2015 – Venedig

We Must Risk Delight

Obwohl wir es eigentlich nicht vorhatten, sind wir auch am Museums-freien Montag auf zwei Ausstellungen im Stadtteil Dorsoduro gestoßen, die im Rahmen der Biennale    kostenfrei und beeindruckend waren: zum einen eine Sammlung von 20 aktuellen Künstlern aus Los Angeles mit dem Titel „We Must Risk Delight“. Hier ein paar Beispiele der spannenden Arbeiten:

Fast an der Spitze von Dorsoduro, am Canale della Guidecca, entdeckten wir die Filmvorführung „001 Inverso Mundus“, die aus zwei Gründen spektakulär war: zum einen wurde der Film auf einer ca. 12 Meter langem Panorama-Leinwand gezeigt. Er wurde extra für dieses ungewöhnliche Format hergestellt. Zum zweiten war die Räumlichkeit besonders, passend für die lange Leinwand: ein schlauchartiger Lagerraum oder eine ehemalige Schiffsgarage mit toller Holzdecke.

Pasticceria Rosa Salva

Routine schützt vor Heimweh. Unser Tag startet regelmäßig mit einem Besuch bei der Pasticceria Rosa Salva. Dort gibt es morgens ausgezeichneten Kaffee mit kleinen leckeren, sehr süßen Gebäckstücken. Am Abend wird Aperol Spritz oder Wein serviert. Beides ist empfehlenswert.

Zum Mittagessen gab es ebenfalls etwas typisch italienisches: Spagetti mit echten Tintenfisch-Tinte und Spagetti Carbonara, dazu Aperol Spritz.

Biennale Teil 2: Arsenale

Auf dem schönen alten Gelände des Arsenale, der alten Schiffswerft, wird das Angesagteste der zeitgenössischen Kunst ausgestellt.

Wir lassen uns durch die Hallen treiben und staunen über die unglaublichen Objekte, manche skurril oder verstörend, andere ästhetisch oder anziehend. Ein Meer aus Farben, Oberflächen, Räumlichkeit und Geräuschen. Fragen werden aufgeworfen, angeklagt, um Verständnis geworben. Themen sind u.a. Kapitalismus, die Situation von Flüchtlingen, Arbeit und das große Ganze im Gegensatz zu kleinen Ausschnitten. Einige Ausstellungsstücke oder Orte, die uns besonders gefallen haben:

Zum Abschluss ein kurzes Video zu den Bildern der Künsterin Tiffany Chung aus Vietnam: http://youtu.be/1GEop8DlR6g

Canal Grande

Beeindruckend ist die Fahrt auf dem Gran Canal de Venezia. Das (?) Vaporetto ist das beste Verkehrsmittel dafür. Mit diesem Wasserbus kann man sich bequem zu anderen Stadtteilen oder zu den Inseln in der Lagune fahren lassen. Wir nutzten das Vaporetto um den vier Kilometer langen Canal Grande auszukundschaften. Die Linie 1 fährt den S-förmigen Wasserweg entlang und gewährt einen fantastischen Blick auf die tollen Palazzi. Insgesamt ist es ein ziemlich lebendiges Gewusel auf dem Kanal. Neben den Vaporettos fahren hier Gondeln, Ambulanz- und Polizeibote, Wassertaxen, Lieferdienste, Baustellenfahrzeuge und die vielen Privatbote. Dafür ist die Stadt ansonsten autofrei.

Biennale Teil 1: Giardini

Am Samstag waren wir in den „Gärten“ der Biennale-Kunstausstellung. Hier hat jedes Land seinen eigenen „Pavillon“, sein eigenes individuelles Gebäude, in dem es die nach seinem Geschmack relevanten aktuellen Künstler ausstellt. 2011 beispielsweise stellte Christoph Schlingensief (post mortem) im deutschen Pavillon aus.

In diesem Jahr sind es die Künstler: Olaf Nicolai, Hito Steyerl, Tobias Zielony und das Künstlerpaar Jasmina Metwaly und Philip Rozk (mir vorher unbekannt). Die Kuratorin fasst ihre Arbeiten unter dem Begriff des Aufbegehrens und der Revolution zusammen. Für uns nicht auf den ersten Blick erkennbar, aber dennoch spannend zu sehen, was als aktuell und wichtig erachtet wird.

Die Länderpräsentationen in den Giardini waren höchst abwechslungsreich (von schwebenden Bäumen bei den Franzosen über gelbe riesen Fallus-Symbole bei den Briten   bis zu Kriegsmasken/fratzen aus Dollarscheinen bei den Australiern) und die sonnigen Gartenflächen dazwischen entspannend.

Unser Blick auf Venedig

Wir sind gut in der Dogen-Stadt angekommen und wurden mit 20 Grad und blauem Himmel empfangen. Unsere Unterkunft ist im gemütlichen, weniger touristischen Stadtteil Castello. Wir haben ein tollen Ausblick über die Dächer Venedigs. Es ist ruhig und friedlich hier, von weitem hört man Möwen oder die Motoren der Schiffe, die sich durch die Kanäle schlängeln. Ich freue mich wie Bolle auf die kommenden drei Tage!